Die Besteigungsgeschichte ab 1953
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Die Besteigungsgeschichte des Nanga Parbat lässt sich in 2 grobe Phasen einteilen, die erste dauerte von 1953 bis 1982 und die zweite Phase 2005 bis heute. |
Die erste Phase der Besteigungen (1953-1986) dominierte vor allem K.M. Herrligkoffer. So leitete er ebenfalls die Zweitbesteigung des Nanga Parbat im Jahr 1962, während der die Teilnehmer Siegfried Löw, Toni Kinshofer und Anderl Mannhardt erfolgreich die Diamirflanke durchstiegen.*
Tragischerweise kam der Bayer Siegfried Löw nach einem schweren Sturz zu Tode. Zu Ehren Siegfried Löws führte Herrligkoffer 1970 die ‚Siegi-Löw-Gedächtnisexpedition‘ durch. Während dieser nunmehr dritten Besteigung des Nanga Parbat, durchkletterten die Südtiroler Brüder Günther und Reinhold Messner die äußerst schwierige und höchste Steilwand der Erde, die Rupal-Wand (4500 m) im südlichen Teil des Nanga Parbat. Nachdem die Brüder den Berg komplett durchschritten haben, stiegen sie über die Diamirflanke wieder hinab wobei Günther Messner auf tragische Weise ums Leben kam, vermutlich verschüttet von einer Lawine.
Nur ein Jahr später schaffte eine tschechoslowakische Expedition die bisher einzige Wiederholung der Buhlroute von 1953. Neben der Besteigung des Rakhiot Peak (7070m) und des südlichen Chongra Peak (6448m), konnten die Teilnehmer Jozef Psotka, Arno Puskas und Ivan Urbanovic als erste den Vorgipfel des Nanga Parbat (7910m) und den Nordostgipfel (7530m) erklimmen. Im Jahr 1978 wagte Reinhold Messner den erneuten Aufstieg. Nur von einer Ärztin und einem Begleitoffizier begleitet bestieg er in einer außergewöhnlichen Aktion als erster Mensch im Alleingang einen Achttausender, komplett von der Basis bis zum Gipfel. Einer erneuten Herrligkoffer-Expedition gelang 1982 die komplette Durchsteigung des Südostpfeilers und der Schweizer Ueli Bühler eroberte als erster den Südostgipfel (8042m).**
Im September 2005 wagten die Amerikaner Steve House und Vince Anderson erfolgreich die Erstbegehung einer neuen Route in der gewaltigsten Steilwand der Erde, die Rupalwand. Für den Aufstieg vom Basislager aus bis zum Gipfel benötigten sie eine Rekordzeit von nur 6 Tagen. Für ihre außergewöhnliche Leistung wurden beide mit dem „Piolet d’Or“ geehrt.***
Während einer Expedition im Juli 2008 forderte der Nanga Parbat ein erneutes Todesopfer, der Südtiroler Karl Un-
terkircher verunglückte in der Rakhiot-Eiswand nach einem Sturz in eine Gletscherspalte. Nur ein Jahr später, im Juli 2009, eröffnete eine Expedition unter der Leitung des steirischen Bergretters Gerfried Göschl eine neue Route in der Diamirflanke. Während des Abstiegs trug sich erneut ein Unglück zu: der Vizebürgermeister von Traunkir-
chen (Österreich) Wolfgang Kölblinger wird seit dem 10.Juli 2009 vermisst.
* http://8000er.de/Nanga-Parbat.html (04/09/2009)
** http://www.bergfieber.de/weltberge/achttausender/nanga/ersteigung.htm (04/09/2009)
*** Messner, Reinhold. 2008. Diamir. König der Berge. Schicksalsberg Nanga Parbat. München: Frederking & Thaler Verlag GmbH


