Erstbesteigung des Nanga Parbat (1953)
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8125 Meter, 41 Stunden und -40 Grad Celsius
„Ein unwiderstehlicher Drang beflügelt mich, der mir befiehlt, immer |
Der Bergsteiger Hermann Buhl besaß schon immer einen unwiederbringlichen Drang nach neuen Herausfor-
derungen und nach den Bergen – seinem Element. Nicht zuletzt das verhalf ihm zu einer unglaublichen und bewundernswerten Tat: die Erstbesteigung des Nanga Parbat am 03. Juli 1953.
Im Jahr 1953 bekam Buhl das Angebot an einer erneuten Expedition zum „Schicksalsberg“, der Willy-Merkl-Ge-
dächtnisexpedition in Erinnerung an den ersten Besteigungsversuch 1934, teilzunehmen. Diese wurde initiiert
von dem Bergsteiger Willy Merkl, der dabei tragischerweise ums Leben kam. K.M. Herrligkoffer, Merkls Stiefbru-
der, hatte sich daraufhin verbissen das Ziel gesetzt, das Vermächtnis seines Bruders, den Nanga Parbat zu bezwingen, zu vollenden. Die Erstbesteigung über die Rakhiotflanke, den Silbersattel und den Ostgrat gelang dennoch einem anderen: Hermann Buhl. Vom letzten Lager V auf dem Mohrenkopf auf ca. 6900 m Höhe machte sich Buhl zusammen mit Otto Kemper am 3. Juli 1953 auf zu einer atemberaubenden und zugleich kräfterauben-
den Besteigung, noch nicht ahnend, dass er damit in die Geschichte des Bergsteigens eingehen wird. Als beide kurz davor waren den Silbersattel zu erklimmen, kehrte Kemper erschöpft um und Buhl stieg mutig alleine weiter. Mit Hilfe des Aufputschmittels Pervitin** und ohne jegliche künstliche Sauerstoffversorgung schaffte er am 3. Juli 1953 das Unfassbare: er bestieg, zum Ende hin auf allen Vieren kriechend, den Gipfel des Nanga Parbat.
Buhl war somit nicht nur der erste Mensch, der den Nanga Parbat im Alleingang bezwang, sondern den ersten Achttausender überhaupt. Um seinen Erfolg auch danach noch belegen zu können, hinterließ er die pakistanische Flagge und seinen Eispickel. Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem Gipfel des Berges wollte Buhl sogleich den Abstieg wagen, musste diesen aber aufgrund des Verlustes von Riemen und Steigeisen und der einbrechenden Dunkelheit die Nacht verschieben.
Erst nach einer einsamen und zermürbenden Nacht, die er stehend verbrachte, konnte er am nächsten Tag er-
schöpft, kraftlos und mit etlichen Erfrierungen zum Lager V zurückkehren, wo er sogleich von seinen Kameraden
in Empfang genommen wurde. In Folge seiner Solobesteigung kam es zu Auseinandersetzungen mit K.M. Herrlig-koffer, dem auch von anderen Teilnehmern seine Qualitäten als Expeditionsleiter abgesprochen wurden. Hermann Buhl benötigte nach der Erstbesteigung ein ganzes Jahr um sich vollständig zu erholen. Nachdem eine japanische Expedition seinen Eispickel entdeckt hatte, wurde dieser 1999 an Buhls Witwe überreicht.
*Märtin, Ralf-Peter. 2004. Nanga Parbat. Wahrheit und Wahn des Alpinismus. Berlin: Berliner Taschenbuch Verlags GmbH
** Höfler, Horst. 2002. Nanga Parbat. Expeditionen zum „Schicksalsberg der Deutschen“ 1934-1962. Zürich: AS Verlag & Buchkonzept AG




