Karl Maria Herrligkoffer

Karl Maria Herrligkoffer Karl Maria Herrligkoffer leitete während seiner aktiven Bergsteigerzeit insgesamt 20 Expeditionen, meist auf den „Schicksalsberg der Deutschen“, den Nanga Parbat, wobei die letzte der von Herrligkoffer organisierten Expeditionen nur einige Wochen vor sei-
nem Tod stattfand – allerdings ohne seine Anwesenheit. Am 13. Juni 1916 geboren, wuchs der Sohn eines Eisenbahnoberinspektors zunächst in Schweinfurt, ab 1920 in Traunstein auf.

Herrligkoffer entschied sich gegen den Wunsch seines Vaters, den Beruf des Försters zu erlernen, und studierte in München Medizin, wo er im Jahre 1940 erfolgreich abschließt und als Assistenzarzt seine erste Anstellung findet. Im Laufe seines Studiums schließt er sich dem Alpinclub an und findet dort viele Freunde und Gleichgesinnte. Die Faszination für das Bergsteigen und den Nanga Parbat insbesondere erlangte Herrligkoffer durch seinen Halbbru-
der, Willy Merkl, der durch seinen Tod am Nanga Parbat 1934 zu einem Mythos und für seinen Bruder zum größten Vorbild wurde*. So plante Herrligkoffer im Frühjahr 1953 eine deutsche Expedition, die zum Gedächtnis Willy Merkls durchgeführt werden sollte.

Himalaya Maenner

links vorne: Karl Maria Herrligkoffer

Er war – trotz seines Mangels an Himalaya Erfahrung und mangelnder Bekanntheit als Alpinist- Expeditionsleiter dieser erfolgreichen Erstbesteigung des Berges. Zwischen 1953 und 1975 war der Nanga Parbat allein acht Mal das Ziel seiner Expeditionen, wobei er jedoch nie selbst den Gipfel bestieg und sich lediglich auf  Finanzierung, Vorbereitung und organisatorische Leitung der Expedition aus dem Basislager konzentrierte. Umstritten ist die von Herrligkoffer geleitete Siegi-Löw-Gedächtnisexpedition 1970, auf der den Brüdern Günther und Reinhold Messner die erste Durchsteigung der Rupalflanke gelang. Beim Abstieg jedoch wurde Günther von einer Lawine erfasst und starb – um die genauen Umstände wurde Jahrzehnte lang vor Gericht gestritten. Wenige Wochen vor seinem Tod im 1991 schickte Herrligkoffer die letzte Expedition zum Nanga Parbat – und ging als  eine der bedeutendsten Fi-
guren im klassischen Expeditionsbergsteigen in die Geschichte ein*.

* http://www.bergfieber.de (04/09/2009)
* eigene Formulierung

Wenn Sie mehr über Karl Maria Herrligkoffer und seine überrragenden Leistungen erfahren wollen, dann stöbern Sie in unseren Buchempfehlungen:

Höfler, Horst und Reinhold Messner. 2001. Karl Maria Herrligkoffer. Besessen, sieghaft, umstritten. Zürich: AS Verlag.
Herrligkoffer, Karl Maria. 1979. Kampf und Sieg am Nanga Parbat : Die Bezwingung der höchsten Steilwand der Erde. Bayer Verlagsanstalt.
Herrligkoffer, Karl Maria. 1954. Nanga Parbat 1953.