Der Nanga Parbat und seine Gefahren
Das mächtigste Massiv im Himalaya, das bei entsprechender Lichteinstrahlung bläulich erscheinen kann, ist mit seiner Höhe von 8125 m der neunthöchste Berg der Erde und überblickt in 7000m Höhe erhaben das angren-
zende Industal in Kashmir. Der Nanga Parbat ist eine nach Südwesten und Nordosten ausgerichtete Masse be-
stehend aus Felsen und Eis. Daneben besitzt der Berg drei dominierende Gebirgswände: die Diamirwand im Westen, die Rakhiotwand mit dem Gipfel im Norden und die Rupalwand am südlichen Bergende. Gerade wegen seines Aufbaus aus Felsen und Eis birgt der Nanga Parbat etliche Gefahren, die das Erklimmen des Gipfels er-
schweren und zur Lebensgefahr werden lassen.
YouTube: Best of Nanga Parbat – Rupal Rakhiot and Diamir Face (popcatepetl2)
Bis heute gab es insgesamt 302 Bergsteiger und 77 Tote zu verzeichnen. Im Vergleich dazu kommen am Mount Everest 211 Todesopfer auf 4109 Besteigungen. Somit liegt die Gefahr, am Nanga Parbat tödlich zu verunglücken, statistisch gesehen höher als am Mount Everest. Ein Grund dafür sind die dort herrschenden Extrembedingungen, vor allem das launische Hochgebirgswetter dem der Berg stark ausgesetzt ist. Bergsteiger müssen sich daher mit rasch aufkommenden Wetterumschwüngen rasch auseinandersetzen. Doch nicht nur das Wetter kann einem er-
fahrenen Bergsteiger das Leben in schwindelnder Höhe schwer machen. Schon an der heutigen Normalroute, der Kinshofer-Route, muss man mit einer schwierigen Eis- und Felskletterei und Steinschlägen rechnen. Hinzu kommen komplizierte Steilhänge die es zu überwinden gilt sowie unbeständige Gletscherspalten und Eislawinen.
YouTube: Avalanche on Nanga Parbat (Diamir) in Pakistan (dreamglider2)
Wie Mummery 1985 treffend beschrieb: der Nanga Parbat ist
„eine Wüste von gefrorenen Wogen, ein riesiger Gletscherzirkus“.**
Vor allem der Rakhiotgletscher birgt etliche Herausforderungen. Er unterliegt einer ständigen Veränderung und ist durchsetzt von riesigen Spalten, auch Eisbrüche genannt. Solche Spalten können eine Tiefe von mehr als 60 Me-
tern erreichen und sich zu sogenannten Séracs (meterhohe Türme aus Gletschereis) weiterentwickeln, die gehäuft in der Nordwestflanke des Nanga Parbat auftreten.*** Erst im Juli 2008 verunglückte der Südtiroler Karl Unter-
kircher in der Rakhiot-Eiswand.
*Messner, Reinhold. 2008. Diamir. König der Berge. Schicksalsberg Nanga Parbat. München: Frederking & Thaler Verlag GmbH
**http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/2377/menschenfresser_aus_eis_und_stein.html (04/09/2009)
***Höfler, Horst. 2002. Nanga Parbat. Expeditionen zum „Schicksalsberg der Deutschen“ 1934-1962. Zürich: AS Verlag & Buchkonzept AG^


